"Von den an der Elbe gelegenen Sommerfrischen, die sich sowohl
durch ihre reizende idyllische Lage, als auch durch ihre bequeme
Verbindung mit unserer Residenzstadt vorteilhaft auszeichnen,
erfreut sich neuerdings Kleinzschachwitz / Zschieren
außerordentlicher Beliebtheit.
Vor einigen Jahren fehlte es dem Ort noch an einem den
mannigfachen Ansprüchen von Sommergästen nach allen Seiten hin
gerecht werdenden Hoteletablissement ersten Ranges.
Diesem sich immer mehr fühlbar machenden Bedürfnisse wurde
vor zwei Jahren Abhilfe geschaffen durch Erbauung des allen
Ansprüchen vollkommenen gerecht werdenden Kurhauses."
("Dresdner Rundschau" von 1895)     
Die Historie beginnt ...
1892   Erbaut Oswald Hänsel auf einer 1813 von Napoleon errichteten Schanze das Kurhaus im Schweizer Stil als Hotel und Restaurant. Zwei Veranden, 26 Fremdenzimmer in der ersten und zweiten Etage, sowie der Kur- und Gesellschaftssaal für 300 Personen hinter dem Hauptgebäude, ein Badehaus mit vier Badezellen neben dem Saal und Gartenanlagen, die im südlichen und westlichen Teil den Charakter eines Waldparks tragen, ergänzen das Etablissement.
Es wechselten die Besitzer ...
1895 Ernst Richard Pahlitzsch
1897 Hermann Muschter
1897 Josef Heinrich, ein Oberkellner aus Dresden, führt das Haus wohl durch die erfolgreichsten Jahre. 19 Jahre bleibt es in seinem Besitz. Viele Ansichtskarten, gesellschaftliche Ereignisse wie das Festessen zur Einweihung der Vorortstraßenbahn 1906 und manch´ lobender Artikel zeugen von der Beliebtheit in jener Zeit.
1916 Emil Huhn 1916 – 1926 (gestorben 06.08.1926)
1925 Verlängerung der Vorortstraßenbahn bis zum Kurhaus, die jedoch 1932 stillgelegt wird.
Das Kurhaus wird verpachtet ...
1927 Max Wendt
1929 Erst Voigtländer
1932 Ernst Müller
1936 Emil Huhn II. geboren 07.06.1904, gestorben 04.02.1988 übernimmt die Leitung des Hauses bis zur Schließung ca. 1960
1940 Fam. Huhn verkauft das Saalgebäude an den Pächter Max Dünki, der dort bereits eine Druckerei unterhält. Nach 1945 produziert die DEWAG Signograph in den Räumen bis zum Ende der DDR.
Ende der Fünfziger Anfang der Sechziger wird das Kurhaus geschlossen.
1989 Kauft im September der VEB Rationalisierungsmittel- und Anlagenbau der Nahrungsgüterwirtschaft das zur Ruine verkommene Kurhaus und rettet es mit dem Beginn der Sanierung vor dem Abriss.
1990 Der Betrieb wird privatisiert. Die LTH Maschinenfabrik Anlagenbau GmbH Dresden setzt die Sanierung fort, doch Rechtsentscheidungen über einen Restitutionsanspruch lassen die Arbeiten für mehrere Jahre ruhen.
1991 Das Kurhaus wird auf die Denkmalliste gesetzt.
1998 Die Sanierungsarbeiten können fortgesetzt werden.
1999 Am 1.Februar wird die Betreibergesellschaft Kurhaus Kleinzschachwitz GmbH & Co. KG Dresden gegründet, deren Hauptgesellschafter die LTH Maschinenfabrik Anlagenbau GmbH Dresden ist.
1999 Am 26.10.1999 wird das Kurhaus wieder eröffnet.